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z/OS

z/OS und die zSeries

Das aktuelle Betriebssystem für die IBM-Grossrechner heißt z/OS und läuft auf der Hardware der sogenannten zSeries. z/OS ist ein 64-Bit-System und seit Ende 2000 auf dem Markt. Dessen Vorläufer, das System OS/390 wird auch noch in manchen Installationen eingesetzt. Die Anwender des Systeme sprechen auch noch häufig nur von MVS wenn sie das Basisbetriebssystem meinen. Richtigerweise heisst das Kernsystem von z/OS auch heute noch MVS, aber zu z/OS gehören noch viele andere Komponenten. Das aktuelle z/OS ist in 4 Jahrzehnten durch die Weiterentwicklung des System 360 entstanden. Die Wurzeln des Systems erkennt man auch heute noch an vielen Stellen. Bitte beachten Sie hierzu auch die Erläuterungen unter dem Link History.

Jeder Anwender sollte einige Grundkenntnisse zu z/OS besitzen. Diese Seiten enthalten hierzu einige nützliche Informationen und Links. Spezielle Informationen wie sie etwa Systemprogrammierer benötigen, würden jedoch den Rahmen dieser Seiten sprengen. Auch die sonst angebotenen Samples machen hier keinen Sinn.

Wenn Sie sich diese Seiten anschauen, dann haben Sie sicher einige grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Computern. Meist ist das ein Windows-PC oder z.B etwas vergleichbares von Apple. Aus diesem Grund wird in den folgenden Erläuterungen auch besonders hervor gehoben, was an z/OS und den zSeries anders ist, als bei den Computern, die man zuhause verwendet.

z/OS und die zSeries sind Grossrechnersysteme. Diese werden in der Regel von größeren Unternehmen wie Finanzdienstleistern oder Industriebetrieben und von Behörden eingesetzt. Solche Systeme sind sehr teuer und benötigen eine entsprechende Infrastruktur und qualifizierte Bedienung. Man verfügt hier meist über spezielle Maschinenräume in denen die Rechner und die Peripheriegeräte (Speichersysteme, Drucker etc.) sicher untergebracht sind. Häufig arbeitet man im sogenannten ‘Closed Shop-Betrieb’. Es handelt sich dabei um abgegrenzte Bereiche, mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen und strenger Zutrittsregelung. Typisch sind auch eine maschinenfreundliche Klimatisierung, bombensichere Räume und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.       Für die Funktionen Systemprogrammierung, Operating, Produktionssteuerung, Security, Netzwerk und Anwendungsentwicklung existieren normalerweise Abteilungen mit spezialisierten Mitarbeitern.

Der Einstieg in z/OS ist für viele neue Anwender vor allem deshalb schwierig, weil es hier normalerweise keine grafische Benutzeroberfläche gibt. Man arbeitet in einem z/OS-System im Text-Modus, wie es früher auch auf dem PC unter DOS üblich war, oder wie man es heute noch bei Linux kennt bevor KDE oder GNOME gestartet ist. Die Benutzerschnittstelle von z/OS ist TSO (Time Sharing Option). Anfangs musste man hierzu sogar die benötigten Commands kennen und komplett eingeben, dann wurde aber mit ISPF eine Benutzeroberfläche in Form von Panels eingeführt. Die Panels bieten zu allen Funktionen Informationen in Text-Form und man wählt die gewünschte Option meist durch eine Zahl oder einen Buchstaben aus. Außerdem werden über die Panels die für die gewählte Option benötigten Daten (z.B. Dateinamen oder zusätzliche Optionen)  eingegeben. Für Insider gibt es auch weiterhin die Möglichkeit die TSO-Commands zu verwenden. Für die Arbeit im TSO benötigt man einen TSO-User und ein dazu gehöriges Passwort. Der TSO-User ist vergleichbar mit einem Benutzerkonto in Windows. Auf praktisch allen z/OS-Systemen wird ein Zugriffsschutz-System, meist RACF (Resource Access Control Facility) eingesetzt. Hiermit wird festgelegt welche Dateien, Datenbanken und Programme ein TSO-User benutzen darf. Am meisten wird unter TSO der Editor zur Bearbeitung von Daten, Programmen und Parametern benutzt. Dieser leistungsfähige Editor funktioniert zeilenweise, wie auch die frühen Editoren in DOS.

Die Vorläufer von z/OS waren zunächst reine Batch-Systeme (Stapelverarbeitung). Programme werden in Arbeitspaketen, sogenannten Jobs stapelweise verarbeitet. Zur Steuerung der Verarbeitung wird JCL (Job Control Language) verwendet. In den inzwischen stark angewachsenen Verarbeitungvolumen auf den Systemen wird meist zusätzlich noch ein Scheduler (Job-Steuerungssystem) wie z.B TWS (Tivoli Workload Scheduler) verwendet.     Die Grossrechnersysteme werden heute in der Regel sowohl für den Batch- als auch für den Online-Betrieb eingesetzt. Die Online-Anwendung wird dann ebenfalls als Job verarbeitet und für die Zeit der gewünschten Online-Verfügbarkeit aktiviert.

Dateien auf Grossrechnersystemen gibt es in verschiedenen Formaten. Im Gegensatz zu Dateien auf dem PC arbeitet man hier meist Satzorientiert (zeilenweise). Mehrere logische Sätze sind zwar physich in einem größeren Block gespeichert, werden aber satzweise von Programmen und Benutzern (Editor) bearbeitet. Dateinamen bestehen aus mehreren Namensteilen die durch Punkte getrennt werden. Ordner und Verzeichnisse, wie man sie unter Windows oder Linux kennt, gibt es im z/OS nicht. Für bestimmte Daten wie Programme, Jobs oder Parameter arbeitet man daher häufig mit sogenannten untergliederten Dateien (PDS, Partitioned Data Set) die aus vielen Datei-Membern bestehen.

Auf modernen z/OS-Systemen wird in der Regel auch mit dem Datenbanksystem DB2 gearbeitet.                     Der Online-Zugriff auf die darin gespeicherten Daten erfolgt dann über einen TP-Monitor wie CICS, DL/1 oder auch TSO. Ältere Anwendungssysteme arbeiten auch noch mit dem hierarchischen Datenbanksystem IMS oder   mit ‘einfachen’ Dateien die mit der Zugriffsmethode VSAM (Virtual Storage Access Method) bearbeitet werden.

Grossrechner-Anwendungen sind häufig etwas älter und bei der Weiterentwicklung ist man oft konservativ.      Man arbeitet daher häufig noch mit den Programmiersprachen COBOL, PL/1 oder Assembler. Bei neueren Anwendungen wird auch C oder JAVA verwendet. Nicht für Anwendungsprogramme, aber für viele Aufgaben  bei Verwaltung und Administration der Systeme wird auch die Scriptsprache REXX verwendet.